Mo. 15. Januar 2018

Raureifzauber auf der Chiemhauser Alm

Jedes Wetter hat seinen Reiz. Dass das nicht nur so dahin gesagt ist, zeigen die Eindrücke von der Schneeschuhtour auf die Chiemhauser Alm.

Eigentlich waren alle davon ausgegangen, dass es keinen Schnee mehr hat. Aber in Hinterwössen ist das immer ein bisserl anders....
Es war tatsächlich so, dass wir im unteren Teil die Schneeschuhe auf den Rucksack schnallen mussten, aber nicht lange. Verhältnisse wie bei einer Frühjahrstour waren das: Unten plätscherten die Bächlein und erste Schlüsselblumen wurden gesichtet. Im oberen Teil kam er aber dann der Schnee und nicht zu knapp. Die Schneedecke war hart und fest, so dass es ein leichtes war über die freien Almwiesen und Hänge aufzusteigen. Keine Spur zu sehen. Außer die von Hirsch und Reh.

Wenn sich auch die Sonne den ganzen Tag nicht blicken ließ, so hatte auch diese Schneeschuhtour ihren Reiz. Die Bäume waren überzogen mit Raureif - die großen Ahornbäume wirkten in dem gefrorenen Winterkleid noch beeindruckender. Oben auf dem Hochplateau hatte sich ein kleiner gefrorener See gebildet, umringt von den großen Riesen mit ihrer eisigen Pracht. Und weit und breit niemand unterwegs. Was für eine schöne winterliche Einsamkeit und das mitten im sonst so belebten Chiemgau.

Ein echter Geheimtipp für Ruhesuchende und Naturliebhaber!


 
 Mo. 08. Januar 2018

Wer wagt, gewinnt!

Tief "Burglind" mit Orkanböen und Dauerregen im Alpenraum waren die Vorboten dieser Schneeschuhtour. Eigentlich wurden alle nur bedauert, dass sie am Freitag für die Schneeschuhtour zur Dürnbachalm angemeldet waren.

Wieder einmal ist es im Chiemgau sehr grün geworden und der Schnee hat sichtlich den Rückzug angetreten. Doch Reit im Winkl scheint von diesem Phänomen nicht betroffen zu sein. In Reit im Winkl gibt es eigentlich immer Schnee - auch wenn das für Münchner Teilnehmer manchmal sehr schwer vorstellbar ist.

Bei der Ankunft am Parkplatz Seegatterl herrschte noch der bekannte Trubel des Skitourismus, aber nur wenige Meter abseits begann bereits das Winterparadies. Dick verschneite Bäume und der rauschende Dürnbach verzauberten den schönen Steig hinauf zur Dürnbachalm in ein richtiges Wintermärchen.
Als dann auf Höhe der Dürnbachalm auch noch tatsächlich die Sonne heraus kam und alles in ein glitzerndes Weiß-Blau verwandelte, war die Freude groß. Herrlich der Blick rüber zu den Loferer Steinbergen, über die tief verschneite Winklmoosalm und die gegenüberliegende Steinplatte.

Eine abschließende Einkehr in der Traunsteiner Hütte und der Genuß von Spinatknödeln und hausgemachtem Kaiserschmarrn auf der Hüttenterrasse rundeten den Tag ab.

Susanne war sich sicher, dass die Kolleginnen ganz schön staunen würden. Hatten sie doch noch am Tag zuvor ihr Mitleid bekundet. Aber auch wir konnten es selber kaum fassen, in was für einem Wintermärchen wir gelandet waren.


 
 Sa. 30. Dezember 2017

Eggenalm - eine Winterlandschaft wie im Bilderbuch

"Wintertraum mit Kaiserblick" hieß es in der Ausschreibung - in Wirklichkeit war es weit mehr: ein einziges weiß blaues Wintermärchen.

So eine Punktlandung hat man ganz selten! Und wenn einem dieses Glück auch noch zum Abschluss des Jahres widerfährt, dann kann das neue Jahr eigentlich nur gut werden.

Jedenfalls waren wir alle wie berauscht von den gut 50 cm Neuschnee, die es rund um die Hindenburghütte hatte und rechtzeitg zu unserer Schneeschuhtour auf die Eggenalm zeigte sich dann obendrein noch die Sonne.

Von einer Spur weit und breit nichts zu sehen. So mussten wir uns den Aufstieg selber spuren. Eine echte Herausforderung! Teilweise standen wir bis zu den Oberschenkeln im Schnee. Wie gut, dass ich das nicht alleine machen musste, sondern tatkräftig unterstützt wurde - von den Männern und den Frauen.

Als dann noch die Sonne raus kam und die weiße Pracht in ein glitzerndes Wintermärchen verzauberte, waren alle voll des Lobes: "Des is ja heit wia in da Ausschreibung - guat host des gmacht".

Ja, so ein Tag ist ein wahrlich berauschendes Erlebnis, das nimmt man mit, davon kann man lange zehren!


 
 Do. 28. Dezember 2017

Wer glaubt denn so was?

Erst hatte es so schön geschneit, doch rechtzeitig zu den Feiertagen wurde es dann doch wieder grün - aber nur im Tal. Wie gut, dass es die Staffnalm gibt....

An Weihnachten war es wieder föhnig warm, so wie wir es kennen. Aber zum Glück hatte es Wochen zuvor so viel geschneit, dass es in den Bergen eine ordentliche Grundlage gibt.
Wie schön, wenn man da mit dem Sessellift auf knapp 1000m hinauf fahren kann und wie von Zauberhand Schnee unter den Füßen hat. Die Schneedecke rund um die Staffnalm hatte sich gut gefestigt, so dass wir beste Bedingungen für unser Schneeschuhschnuppern hatten. Wo der Fußgänger einsinkt, bleibt der Schneeschuhgeher oben. Deshalb ist es auch so ruhig hier heroben.
Wieder mal waren wir die Einzigen, die über die freien Almwiesen und vorbei an den im Sommer sehr belebten Hütten ihre Spuren zogen.

Zum Schluss gab es sogar noch Sonnenschein und freien Blick auf den Chiemsee. Was für ein Kontrast! Wir kamen uns vor, wie in einer anderen Welt.

Die Schneeschuh-Neulinge waren allesamt sehr angetan von der neuen winterlichen Fortbewegungsmöglichkeit - aber nicht nur davon, sondern natürlich auch von der abschließenden Preiselbeertorte auf der Staffnalm.


 
 So. 22. Oktober 2017

Perfekter Saisonabschluss mit Chiemgauer-Bilderbuch-Überschreitung

Eigentlich müsste man nach so einer Wanderung aufhören. Toppen lässt sich so eine Tour nicht mehr. Aber so eine Tour kann auch süchtig machen, süchtig nach Berge, Weite, Sicht....... nach mehr.

Eigentlich war es ein verschobener Termin, verschoben von September auf Oktober. Und schon beim Treffen am Parkplatz war uns allen klar, dass es selten einen Schaden gibt, wo nicht auch ein Nutzen dabei ist.

Und dieser Nutzen war groß, riesengroß: Drei Tage herrlichstes Herbstwetter! Schon beim Start am Seegatterl wärmte uns die Nachmittagssonne die Wadel, Pullover wurden ausgezogen, Sonnenkappen aufgesetzt. Und dann bei der Winklmoosalm die Überrraschung: angezuckerte Loferer Steinberge und eine Aussicht, vom Feinsten. Was für eine Mischung. Vom Sonnenuntergang gar nicht zu reden.
Die feinen Schlutzkrapfen auf der Traunsteiner Hütte taten ein Weiteres dazu, dass wir glückseelig unser kleines feines Lager bezogen.

Am nächsten Tag ging es zunächst einmal durch leuchtende Laubwälder. Es raschelte unter den Bergschuhen, wenig Leute waren auf dem Weg. Unsere Mittagspause machten wir im gelblich orange leuchtenden Lärchenwald - eine Stimmung wie im Märchen. Und dann zogen wir hinauf zur Steinplatte und wurden mit einer traumhaften Rundumsicht belohnt. Von den Gletscherbergen über die Berchtesgadener, die Loferer Berge, den Kaiser und den Chiemsee. Immer wieder tat sich eine neue Aussicht auf. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Nach fünf Stunden Wanderung Ankunft beim Straubinger Haus. Hier gab es erst Mal Zwetschgenkuchen und Kaffee, bevor wir unsere Zimmer bezogen. Auch diesen Abend gab es wieder ein Abendrot, wie man es selten zu sehen bekommt.

Der letzte Tag war nicht minder begeisternd: Zuerst noch mal auf´s Fellhorn, ein letzter Blick in die Ferne und dann der Abstieg über die Weißensteinalm, ein feiner kleiner Steig.

Alles perfekt! Schon klar, dass es so etwas kein zweites Mal gibt. Aber vielleicht anders. Jedenfalls gibt es diese Tour sicher auch wieder im nächsten Jahr!


 
 Di. 10. Oktober 2017

Auf dem Maximiliansweg von Brannenburg nach Lenggries zum Jodelfest

Zwei Wandergruppen starteten zeitgleich die 4tägige Wanderung nach Lenggries zum diesjährigen Jodelfest. Die eine Gruppe kam vom Westen über das Karwendel und wir von Osten, vom Inn bis an die Isar.

Schon bei der Begrüßungsrunde staunte ich nicht schlecht, über die unterschiedliche Herkunft der Teilnehmenden. Von Berlin über Bonn, vom Rheinland bis nach Österreich waren wir ein bunt gemischtes Grüppchen. Zusammen wandern, das konnte ich mir ja noch vorstellen, aber zusammen jodeln, bei den unterschiedlichen Dialekten?
Schnell wurde ich eines besseren belehrt: Jodeln kann wirklich jede(r) lernen (Berlinern muss es anscheinend schon im Blut liegen) und so kamen wir schnell zusammen.

Das herrliche Herbstwetter tat ein übriges dazu, dass wir auf unserer Wanderung immer wieder Halt zum Singen machen konnten. Schon am ersten Tag durchs Arzmoos konnten wir uns ausgiebig einstimmen. Ruth gab die Übungen vor und im Handumdrehen war der Passeiler, unser erster Jodler gesungen. Auf der Mitteralm gab es dann sogar einen spontanen Musikabend mit einer Volksmusikgruppe aus Brannenburg.

Am nächsten Tag ging es rauf zum Wendelstein und beim grimmigsten Sturm brachten wir "ungewöhnliche Klänge" in die Gaststube. Dank der guten Wünsche von Schwester Eresta vom Wallfahrtsort Birkenstein und der mitgenommenen Weihwasserration ging es vom dritten Tag wieder bergauf mit dem Wetter. Wunderschön der Aufstieg vom Schliersee hinauf zur Gindlalmschneid, die herrlichen Weitblicke und beim Abstieg der glitzernde Tegernsee. Jeder schöne Platz wurde genutzt für einen Jodler.
Das I-Tüpfelchen war aber der letzte Tag auf der Röhrmoosalm. Der sonnige Almboden war ein idealer Platz, um noch mal richtig in die Natur hinaus zu singen. Glücklich und stolz darüber, dass wir so gut zusammen unterwegs waren, zogen wir mit einem "Drei ha e überd Alm her" in Lenggries ein, wo nach und nach die anderen 100 Jodler beim Jodelfest eintrafen. Wie schön, dass wir zu Fuß gekommen sind....


 
 Mo. 11. September 2017

Besuch im "Faggeparadies"

"Wenn i no amoi auf´d Wäid kim, dann mecht i Fagge bei da Maria wean - oda Ochs. Mei des warat a Lebn".

Dass es da oben auf der Michlalm wie im Paradies ist, da waren wir uns alle einig. So ein Platzerl mit so einer Aussicht und so einer schönen Alm, das ist schon was Einmaliges. Aber dafür, dass es bei der Maria so schön, so blitz sauber und so tierfreundlich ist, dafür tun die Anna und ihre Familie auch sehr viel.
Die Kühe kennt die Maria schon von Zuhause, aus der kleinen elterlichen Landwirtschaft. Sie hören ihr auf´s Wort, die Ochsen kommen zum Schmusen und die Kühe kommen quasi von alleine, wenn es Zeit zum Melken ist. Weil im Stall gibt es ein "Leck" und das mögen sie gerne und außerdem spüren sie - wie wir - die Herzenswärme, die von der jungen Sennerin ausgeht.

Den 7. Almsommer ist die 24 jährige schon heroben auf der Alm und sie macht ihre Arbeit mit so viel Leidenschaft, dass wir alle ganz angetan waren. Stolz hat uns Maria ihre Käselaiber präsentiert. Und eine feine Kostprobe der drei Käsesorten, die sie den Sommer über gemacht hat, gab es oben drein.

Ganz besonders hatte es uns aber das "Faggeparadies" angetan: Liselotte und Sissi haben einen sehr komfortablen, fahrbaren Stall mit angeschlossener Holztreppe hinunter in die bereits stark zerwühlte Wiese. Was für ein Leben. Rein und raus gehen, wie es einem passt und ein Schlaferl machen, wie es einem taugt. Und im Trog immer was zum Fressen. Was für ein Leben hier auf der Michlalm!

 


 
 Mo. 07. August 2017

Wandern auf dem Salzalpensteig

"Diese blaue Markierung mit dem Zickzack, die habe ich schon öfters gesehen, aber dass das der Salzalpensteig ist, das wusste ich nicht"....

Sonderlich bekannt ist er unter den Einheimischen nicht gerade, der Salzalpensteig. Und gerade deshalb fanden sich acht Frauen, die es wissen wollten, wo er entlang führt und wie er aussieht.

Selbstverständlich, dass wir uns zunächst die kulturgeschichtlichen Hintergründe im Museum "Salz & Moor" in Rottau holten. Bei einer Führung erfuhren wir nicht nur, wie das Salz das Leben der Menschen entlang des Salzalpensteiges prägte, sondern welch technische Meisterleistung die Soleleitung einst war.

Anschließend ging es über die 2. Etappe des Salzalpensteiges von Marquartstein hinauf zur Schnappenkirche, obwohl mäßig steil, war der Aufstieg ziemlich schweißtreibend. Wie groß war die Freude, als sich beim Kircherl der großartige Blick auf den Chiemsee auftat. Ein einstimmiges "Aaaaahhh" war zu hören, das ideale Platzerl für eine erste Brotzeit.

Nachdem die Höhenmeter gemacht waren, ging es über den herrlichen Almboden der Staudacher Alm weiter zur Brachtalm, unserer Unterkunft. Hier ließen wir uns auf dem Hausbankerl nieder und genossen die Ruhe unter dem Silleck. Die netten Wirtsleute bewirteten uns vorzüglich und so saßen wir bis spät abends vor der Hütte - bei Kerzenschein und einem Glaserl Hugo.

In der Nacht kam dann der angekündigte Sturm und Regen, so dass wir beim Abmarsch kurzerhand unsere Pläne ändern mussten und über das wildromantische Tal des Aiplbaches abstiegen. Die 3. Etappe des Salzalpensteiges liegt also noch vor uns und wird im Herbst nachgeholt. Weil interessieren tut er uns schon, der Steig über die Nesslau.
Salzalpensteig - wir kommen wieder!


 
 Do. 03. August 2017

Frauenwanderung zur Hinteralm

Manchmal muss man nur ein bisserl geduldig sein und eine Wanderung auch mal verschieben, dann hat man nachher um so mehr Glück.

Wegen einer Kaltfront und Schnürlregen fiel die für 26. Juli geplante Frauenwanderung leider aus. Ich versuchte es mit einem Ersatztermin. Da konnten dann zwar nicht mehr alle, aber dafür waren wir eine nette kleine Frauenrunde und hatten zur Belohnung bestes Bergwetter.

Die Nacht über hatte es gut abgefrischt und der schattige Weg entlang der Weiß Ache bot ideale Bedingungen für eine gemütliche Wanderung zur Hinteralm. Auf halber Höhe machten wir ausgiebig Pause am Wasserwandl, einem echten "Kraftplatz", und tankten die gute Energie des Wasserfalls. Ein Regenbogen nach dem anderen überzog die plätschernde Wasserwand.

Weiter ging es über Brücken mit spektakulären Tiefblicken und beeindruckenden Einblicken in die Wand des Rötelwandkopfes. Elisabeth meinte nur "wie gut, dass wir da nicht rauf müssen". Bald verließen wir den Hauptweg und zweigten in einen unbeschilderten Steig ein, einem ehemaligen Milliweg. Hier genossen wir die moderate Steigung und das schöne Lichtspiel auf dem wenig begangenen Weg hinauf zur Hinteralm.

Oben machten wir dann ausgiebig Pause und praktizierten ein wenig Kartenkunde und Orientierung. Immer beäugt von den neugierigen Kälbern, die sich besonders für unsere Hundedame Ronja interessierten. Unbehelligt konnten wir über den herrlichen Almboden wieder absteigen ins Tal. Ein rundum schöner Tag und eine nette Frauenrunde.

 


 
 Mo. 24. Juli 2017

Auf einen Ratsch bei der Sennerin Cornelia

Auf einer Alm sein und keinen Käse zu machen, das gibts für die Cornelia nicht "Kas und Oim des ghört zam".

Obwohl sie einiges an Wegstrecke und Höhenmeter zurück legen muss, bis sie an die Milch zum Käsen kommt. Cornelia hat auf ihrer Alm dieses Jahr keine Milchkühe bzw. Kühe, deren Milli die jungen Kälber bekommen. Deshalb macht sich Cornelia mehrmals die Woche auf und holt sich die Milch entweder oben von der Rossalm oder nimmt sie bei einem Talbesuch von ihrem Bauern in Schleching mit.

Sie könnte sich diese Arbeit auch sparen, der Bauer verlangt das nicht von ihr, aber sie liebt es die gute Milch zu Käse zu verarbeiten. In ihrer kleinen Hütte stellt sie für den Eigenbedarf sechs verschiedene Käsesorten her, vom Frischkäse über Tilsitter und sogar Camembert. Der Käse ist ihre große Leidenschaft - neben den 20 Tieren, die sie auf der Haidenholzalm zu versorgen hat.

Der Weg zur Haidenholzalm, wenn man den ehemaligen "Milliweg" und nicht die Fortstrasse nimmt, fordert einen ganz schön. Er ist aber so abwechslungsreich, dass die acht Frauen, die sich mit mir auf den Weg gemacht hatten, ganz begeistert waren vom Aufstieg zur Alm. Durch lichte Wälder und vorbei an zahlreichen Bächen, grün bemosten Steinen, über ein Brückerl ging es in 2 Stunden hinauf. Während der Pausen gab es von mir dann bereits erste allgemeine Informationen zur Almwirtschaft und Weidehaltung.

Und auf der Alm beim "Ratsch" erzählte uns Cornelia dann von ihrem Alltag auf der Haidenholzalm, was es alles zu tun gibt, wie ihr Tag aussieht und davon wie zufrieden sie hier heroben ist. Angst hat sie keine und das Alleinesein macht ihr auch nichts aus. Nur einmal, als sie beim Gang in den Keller einen Fuchs angetroffen hatte, der es auf ihre Speckknödel abgesehen hatte, "do muast da dann scho zheifa wissn".

 


 
 Mo. 10. Juli 2017

Schon gute Tradition: Das Jodelwochenende auf der Hochries

Immer wieder spannend ist die Frage, wer wird wohl dieses Mal dabei sein: Jodelneulinge, "alte Hasen", genügend Bassstimmen?

Ein bunt gemischter Haufen waren wir. Von der Stimmtherapie Praktikantin aus Norddeutschland bis zum Alphornbläser aus dem tiefen Oberbayern waren sämtliche Stimmlagen vertreten. Und das Schönste war: Nach den zwei Tagen konnten alle Jodeln!

Die Wanderung hoch zur Hütte war quasi der Einstieg. Das gleichmäßige Gehen und Atmen weitet schon mal die Lungenflügel. Oben angekommen waren dann alle recht entspannt und das Oi und Ui konnte ungehemmt durch den Körper fließen. Lockernde Stimmbildungsübungen tun ein Weiteres, damit die Stimme in Fluss kommt. Beim Jodeln, so wie es die Ruth uns zeigt, sind alle Körperregionen beteiligt und es gibt kein Falsch. Jede(r) bringt sich so ein, wie es für sie oder ihn möglich ist. Das bringt Lockerheit und Spaß und das hatten wir an dem Wochenende.

Dank des guten Wetters konnten wir am Sonntag beim Abstieg unsere gelernten Jodler auch gleich zum Einsatz bringen, wobei der "Hochrieser" und der "Liabnstoana" unsere besonderen Favoriten waren.
Hier ein schöner Aussichtsplatz, dort eine nette Alm, immer wieder fanden sich auf dem Weg durch den Eiskeller und über die Schmiedhänge schöne Plätze, die zum Jodeln einluden und so wurde es ein laaaanger Abstieg ins Tal.
Weil Jodeln in freier Natur ist einfach das Schönste! Da kommt es her und da gehört es auch hin!

 


 
 Di. 27. Juni 2017

Auf einen Ratsch bei der Sennerin

Statt Brotzeit hatten wir dieses Mal Fragen im Gepäck: Warum bist Du Sennerin geworden? Welche Voraussetzungen muss eine Sennerin mitbringen? Wann stehst Du auf? Wann gehtst Du ins Bett..... Diese und noch mehr Fragen hat uns Katharina Kern von der Schweinssteigeralm bei unserem Almbesuch am vergangenen Samstag beantwortet.

Eine Sennerin muss alltagspraktisch und zuverlässig sein, sagt Katharina! Zwei wesentliche Kriterien für eine Sennerin, ohne die es auf der Alm nicht geht. Eine Sennerin hat nämlich eine große Verantwortung und sie muss sich zu helfen wissen, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Da kann man nicht schnell mal jemanden holen, sondern muss sofort entscheiden und handeln.
Außerdem muss eine Sennerin ausdauernd sein, schon alleine der tägliche Gang durch die 90 Hektar große Almfläche beansprucht einen sehr, wenn man wie die Katharina 94 Stück Vieh auf der Alm hat und nebenbei noch Kühe melkt.

Das wundert es einem fast, dass sie noch Zeit fand uns eine Almbrotzeit zu richten mit Käse von der eigenen Milch, Speck und Brot aus dem Ort. Aber das tut sie gerne: Gruppen bewirten und von ihrer Arbeit erzählen. Katharina möchte, dass die Leute ein realistisches Bild von der Arbeit der Almbauern bekommen.

Genau das war auch mein Anliegen! Wann hat man schon die Gelegenheit bis in den Stall rein zu schauen, im Keller die Käslaiber zu bestaunen und Fragen zum Almleben zu stellen?

Eine wissbegierige Wandergruppe waren wir. Wie gut, dass ich vor kurzem eine Zusatzausbildung zur Almführerin gemacht hatte, so konnte ich zu Beginn der Wanderung, beim Übertreten des Weiderostes, quasi "der Eingangspforte" zur Alm, schon vorab allgemeine Informationen zur Almwirtschaft und der Weidehaltung geben.

Alexandra, eine Teilnehmerin, schrieb mir nach der Wanderung: "An dieser Stelle nochmals ein großes Lob an Dich für die tolle Tour am Samstag. Ich bin immer noch am Verarbeiten der vielen schönen Eindrücke und des regen Austausches".


 
 Mo. 22. Mai 2017

Radln an den Ufern der Alz

Blühende Wiesen, einen weiß-blauen Himmel und ein rauschender Fluss - Radlfahrer(in) was willst du mehr!

Optimal waren die Bedinungen für diesen schönen Radlausflug entlang der Alz.
Wir starteten in Seebruck am sog. "Lacus Bedaius" und fuhren zuerst auf dem archäologischen Rundweg in die Burghamer Filze mit dem kleinen Steg mitten durchs Moos. Da staunten unsere beiden Seebrucker nicht schlecht, weil sie dieses bezaubernde Wegstück noch nicht kannten.
Doch das war erst der Anfang einer echten HeimatEntdeckerTour, denn auch das beschauliche Wegerl entlang der Ischler Ache mit den herrlichen Linden war den meisten nicht bekannt. Ein schönes altes Mühlengebäude reihte sich an das andere. Dann endlich trafen wir auf die Alz: Mäandernd und naturbelassen und mit Schilfinseln voll brütender Vögel.

Und weil es so schön war, wählten wir dann auch mal schiebender Weise den schmalen Weg direkt am Wasser entlang. "Herrlich das leuchtende Grün der Bäume und die frische Brise von der flott dahin fließenden Alz".
Da war dann auch der Berg hinauf zum Kloster Baumburg schnell erklommen und die Einkehr im Biergarten des Klosterstüberls und deren feine Küche belohnten für die anstrengende Auffahrt.

Satt und mit einem leichten Knieschwammerl vom süffigen Baumburger Klosterbier stiegen wird dann wieder auf die Räder und genossen die Rückfahrt über Truchtlaching zurück nach Seebruck.
Die vielen schönen Eindrücke, wie die Alzfähre beim Roither, die Stiftskirche in Baumburg, der Blick auf das Poinger Schloss, die grasenden Kühe am Flusslauf und der abschließende Besuch beim Keltengehöft in Stöffling machten den Tag zu einer einer echten HeimatEntdeckerTour, weil es viel Neues zu sehen gab und der Tag wie gemacht war für ein Radlvergnügen im Chiemgau!